7. September 2019 Erinnerungen an den Radfahrverein „Badenia Eschelbronn“

Weitere historische Austellungsgegenstände hielten jetzt im Schreiner- und Heimatmuseum Einzug. Die Vereinsfahne des Radfahrvereins „Badenia Eschelbronn“, den es von 1902 bis 1933 gab, dazu Pokale und eine Ehrenurkunde aus der damaligen Zeit, wurden am Kerwesamstag feierlich enthüllt.

Der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins Rainer Heilmann hieß zur Feierstunde besonders die „Torpedos“, eine Nachfolgeorganisation des Radfahrvereins mit Peter Schifferdecker an der Spitze, besonders willkommen. Die Mittelaltergruppe „Freie Badener“, die draussen auf der Wiese ihre Zelte aufgeschlagen hatten, erschienen in voller Montur und Christel und Horst Dinkel, die beim Entrümpeln ihres Speichers auf den Nachlass gestossen sind, durften nicht fehlen. Deren Vater bzw. Schwiegervater Ludwig Arnold war Mitglied des Radfahrvereins und ihm ist es zu verdanken, dass die Erinnerungsstücke der Nachwelt erhalten blieben.

Torpedos 1

Die „Torpedos“ hegen und pflegen ihre historischen Fahrräder in der Kleidung der 30-er Jahre. Ganz rechts Horst und Christel Dinkel, die im Speicher auf die Fundstücke gestossen sind

Durch diesen Fund kam Peter Schifferdecker, dessen Grossvater Karl Schifferdecker ebenfalls begeisterter Radfahrer war, auf die Idee, ein Damenfahrrad aus der damaligen Zeit detailgetreu nachzubauen. Das Damenrad „Hochland“ ist ein Ballonrad aus den 30er-Jahren, das vor allem durch die Verwendung einer neuen Reifendimension eine völlig neue Entwicklung des damaligen Fahrradbaus darstellte. Sauber geputzt und hergerichtet hängt es jetzt im Foyer des Museums und dahinter thront die mächtige und farbenfrohe Vereinsfarbe mit zwei Schleifen. Die eine erinnert an das 25-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1927 und die andere ist den Jungfrauen aus dem Jahr 1914 gewidmet. Daneben die Ehrenurkunde des Radfahrers Georg Stier, der auf seinem Drahtesel in einer Stunde knapp 30 Kilometer zurücklegte, was für die damaligen Verhältnisse eine rekordverdächtige Zeit war.

Ein Bild des gesamten Radfahrvereins auf dem ehemaligen Dorffestplatz an der Schwarzbach vervollständigt die sehenswerte Sammlung.

Rainer Heilmann bedankte sich bei Horst und Christel Dinkel, die den Nachlass dem Museum zur Verfügung stellten und bei den „Torpedos“, deren Mitglieder alle vom historischen Fahrrad-Virus angesteckt sind und die Fortbewegungsmittel von einst in Ehren halten.